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Wenn Pausen Schuldgefühle machen: Die Leistungsgesellschaft in deinem Kopf

„Ich bin nur etwas wert, wenn ich etwas leiste.“ Ich begegne diesem Satz oft bei meinen Mentorings, in Gesprächen mit Frauen, aber auch in mir selbst. Ein scheinbar harmloser Satz, der sich so tief in Körper, Nervensystem und Selbstbild eingräbt, dass wir ihn irgendwann für die Wahrheit halten. Für Identität. Für Normalität. Ich bin mit diesem Glaubenssatz gross geworden. Leistung wurde gesehen, gelobt, beachtet. Gefühle, Pausen und Schwächen hingegen oft ignoriert oder wegerklärt. Unbewusst habe ich gelernt: Wert entsteht durch Funktion. Durch Taten. Durch Erfolg. Durch das Abarbeiten von Listen.


Und genau das trage ich bis heute in mir, obwohl ich als Zyklusmentorin Frauen darin begleite, ins Spüren, in die Verbindung mit sich selbst und in ihre weibliche Urkraft zu finden. Der Weg „raus aus dem Kopf, rein in den Körper“ ist nicht nur meine Arbeit, er ist meine tägliche Praxis und manchmal auch mein täglicher Kampf.


Warum dieser Glaubenssatz so tief sitzt

Psychologisch betrachtet entsteht dieser innere Antreiber häufig in der Kindheit, wenn Zuwendung, Aufmerksamkeit oder Anerkennung hauptsächlich dann gegeben werden, wenn „etwas geleistet“ wurde. Gute Noten, Hilfsbereitschaft oder eine brave Anpassung verknüpft unser Gehirn früh mit „Wenn ich etwas leiste, bin ich gut.“


Diese Verknüpfung läuft später unbewusst weiter, beispielsweise:

  • Wir können schlecht stillsitzen.

  • Pausen machen uns nervös.

  • Erschöpfung empfinden wir als Schwäche.

  • Wir fühlen uns „nicht genug“, wenn wir mal nichts „vorweisen“ können.


Das Problem: Unser Selbstwert wird an Bedingungen geknüpft, die niemals dauerhaft erfüllbar sind. Denn wir sind keine Maschinen, sondern zyklische Wesen. Und genau hier beginnt der Widerspruch.


Das könnte dir helfen

1. Glaubenssätze bewusst machen

  • Nimm dir einen Moment und frage dich: Was denke ich über mich, wenn ich nicht produktiv bin?

  • Schreib es auf. Benenne den Gedanken. Allein das entlarvt ihn schon.

2. Körperarbeit statt Kopfarbeit

  • Gefühle lösen sich nicht durch Denken, sondern durch Spüren.

  • Atemübungen oder Meditation können dir dabei helfen.

  • Frage dich: Wie fühlt sich „Ich bin genug“ in meinem Körper an?

3. Rituale für das „Nicht-Tun“

  • Schaffe dir kleine, bewusste Momente des Nicht-Leistens. Und feiere sie.

  • Beispiel: 10 Minuten auf der Couch sitzen, ohne Handy, ohne Ziel und danach sagen: „Auch das war wichtig.“

4. Der weibliche Zyklus als Spiegel

  • Nutze deinen Zyklus als Erinnerung daran, dass Rückzug genauso heilsam ist wie Aktivität.

  • Gerade während der Menstruations- und Lutealphase darf das Tempo sinken.

5. Sprich liebevoll mit dir selbst

  • Ersetze alte Gedanken durch neue:→ „Ich bin auch ohne Leistung wertvoll.“→ „Mein Sein ist genug.“→ „Ich darf sein, nicht nur tun.“



















Deine Zyklusmentorin,

ree


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